Samstag, 22. Oktober 2011

Berufsverbot für freie Finanzvermittler?

Hallo liebe Leser,

heute habe ich mehrere Beiträge zum Thema Honorarberatung gelesen. Ich habe darin viele Dinge vermisst bzw. als zu allgemein gefunden. Der Presseanzeiger schreibt darin zum Beispiel:

"Im jüngsten Richtlinienentwurf, der aktuell in Brüssel im Rahmen von MiFID II diskutiert wird, geht es um die weitere Überarbeitung und Stärkung des Regulierungsrahmens für sämtliche Finanzmarktakteure. Man beabsichtigt dazu mit Einführung der MIFid II ein europaweites Provisionsverbot für freie Finanzberater"

Ich habe mit diesem Zitat ein Problem, genauer mit einem Wort. Das Wort heisst:" Richtlinienentwurf"und genauer es geht um das Wort Entwurf. Ein Entwurf ist etwas was man plant. Nichts festes, wogegen man sich wehren muss. Interessant wird es erst wenn ein Gesetzesvorschlag daraus wird. Ab dann sollten die Vermittler wozu auch wir Makler gehören reagieren.

Doch der Presseanzeiger geht aber noch weiter, folgendes Zitat halte ich für fachlich falsch:
"Dieter Rauch, Geschäftsführer des VDH: "Wer sich heute nicht im Markt der Honorarberatung positioniert, wird es bald schwer haben. Die Veranstaltung liefert das gesamte Handwerkszeug für jeden Finanz- und Honorarberater, um seine Kunden professionell zu beraten."

Diverse Studien und auch Meinungsumftagen meiner Klienten haben belegt, das der Otto-Normal-Bürger gar nicht gewillt ist, den Versicherunsgvermittler zu entlohnen. Von daher geht ein solcher Richtlinienentwurf vollkommen an den Bürgern  zumindest in Deutschland vorbei. 
Allerdings hat sich der Presseanzeiger auch noch in einem weiteren Beitrag eindeutig zur Honorarberatung bekannt. Meiner Meinung nach ein Fehler, denn die unter anderem da gemachte Aussage:

"Anders als man es häufig bei der provisionsgesteuerten Beratung erlebt, ist die Honorarberatung tatsächlich verbraucher- und konzeptorientiert, so wie es der berufliche Codex unabhängiger Finanzberater eigentlich vorschreibt. "
 Stimmt, allerdings darf ein Honorarberater auch nicht beim Ausfüllen der jeweiligen Anträge helfen. Denn das wäre Vermittlung. Und der einzige Vorteil den ich an einer Honorarberatung sehe ist der, dass ich mein Honorar erfolgsunabhängig bekomme. Egal ob der Kunde mit einem vernünftigen Versicherungsschutz nach Hause geht oder nicht, der Honorarberater hat sein Geld verdient. Wo bleibt da der Kundennutzen?

"Bezüglich des Honorars muss man sich übrigens keine Sorgen machen: Es wird vorab zwischen dem Kunden und dem Berater vereinbart, böse Überraschungen im Nachhinein gibt es also nicht."
 Muss man sich beim einem Vermittler auch nicht, seine Courtage bekommt der Vermittler vom Versicherer, nicht vom Kunden.

Was in beiden Artikeln meiner Meinung nach vergessen wird sind die sogenannten Sachverwalterurteile für Versicherungsmakler. Hierin wird trotz Vermittlung eindeutig der Status des Makler für seine Klienten geregelt.Von daher beziehe ich eindeutig noch einmal Stellung und sage der Honorarberater ist eindeutig eine nicht durchdachte Idee. Und jeder Versuch diese zu stärken, geht am gewachsenen Wirtschaftsgefüge in Deutschland und dem tatsächlichem Kundenwunsch vorbei.

Liebe Grüsse

Daira Bär

Kommentare:

  1. Hi Daira,

    da stimme ich dir im Grundsatz zu. Übrigens hast du einen kleinen Fehler. Wir sind Sachwalter und keine SachVERwalter. Vielleicht bin aber auch ich im unrecht.

    Außerdem kann man bei der Honorarberatung schon Erfolgshonorar einfügen. Erst ein fester Betrag und dann ein Betrag Prozentual von der erwirtschafteten Rendite.

    Aber das geht nur bei Anlageberatung. Fonds und so.

    Zurzeit gibt es auch keine echten Nettopolicen für Fonds. Eine Nettopolice für Fonds ist nicht nur eine Police ohne Provision. Sondern jährliche Kostenerlass für Fondmatelkosten oder so. Und wenn es keine Fondverwalter gibt fallen diese Kosten auch weg. Außerdem kann man oft lieber zu ETFs greifen. Damit hat man keine Fondsverwalter.

    Naja so offen ist der Markt für Nettoplicen auch nicht. Viele Vesicherer haben das gar nicht auf dem Zettel. Die müssen mit der Zeit auftauen.

    Deswegen gebe ich dir Recht, dass man bei Sachverträgen keinen Erfolg messen kann.

    Aber durch die Nettopolice hat ja der Kunde jährliche Ersparnisse. Ist denke ich auch nicht zu unterschätzen.

    Naja ich fürchte mich nun auch in Sachen neue EU Regeln. Hoffe das wird nicht dazu kommen. Der Maklerberuf ist so gut wir er ist. Da gibt es an der Grundlage nichts zu ändern.

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  2. Hallo,

    ja,die EU verzapft in letzter Zeit ne Menge Mist. Allerdings denke ich schon das zumindest ein Versicherungsmakler eindeutig ein SachVERwalter seines Klienten ist. Was deine Meinung zu Nettopolicen betrifft. Meiner Meinung nach sind die total unnütz. Wenn wir Makler von vornherein die besten Produkte für unser Klienten aussuchen, sterben die schlechten Tarife eh aus.

    Liebe Grüsse

    Daira Bär

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