Donnerstag, 22. März 2012

PKV -- Der Totengesang einer ganzen Branche?

oder:  Wie die Gier nach Geld manche Menschen den Anstand vergessen lässt

 

Hallo Liebe Leser,

im Internet und durch die Presse gehen immer wieder die Wünsche der Politiker und der gesetzlichen Krankenkassen, die Private Krankenvollversicherung aufzulösen.(siehe Handelsblatt online)  Ich gehe da mit dem Gesamtverband der Krankenversicherer absolut d`accord, dass ein solcher Schritt aus mehreren Gründen falsch wäre.
Zum einen schadet er den Versicherten beider Sparten, egal ob gesetzlich oder privat. Zum anderen stellt er einen Eingriff in die freie Berufswahl dar, und letztens kommt die angedachte Lösung einer Enteignung der Privatversicherten Kunden gleich. All dieses werde ich gleich ausführlich erläutern.

1. Die Abschaffung der PKV schadet sowohl den Privatversicherten als auch in besonderem den Kassenpatienten!

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Leistungen der gesetzlichen Kassen budgetiert sind. Das bedeutet: hat ein Arzt sein Budget erreicht, kann er keine Patienten mehr behandeln. Als Beispiel nenne ich hier nur die immer wieder auftretende Flut von nicht verschriebenen physiotherapeutischen Behandlungen und Ergotherapien ab Ende des dritten Quartals eines jeden Kalenderjahres.

Zum anderen werden nur Behandlungen in den medizinischen Leistungskatalog aufgenommen, die sich in der Praxis bewährt haben. Nun ist die Frage: wer bezahlt diese bis dato nicht aufgenommenen Behandlung?
Richtig, nur die Private Krankenversicherung. Sie liefert quasi das Versuchsfeld für große Feldversuche um die Wirksamkeit einer Behandlung nachzuweisen.



2. Die Abschaffung der PKV stellt ein Berufsverbot dar.

Wenn die PKV abgeschafft wird, dürfen in einem bestimmten Bereich der Versicherung, nämlich der privaten Krankenvollversicherung, keine Verträge mehr abgeschlossen werden. Dieses widerspricht der Vertragsfreiheit in Deutschland. Einnahmen aus diesen Verträgen wären entweder illegal oder würden nicht mehr erzielt werden, da die Kunden sich anderweitig versichern müssten. Dieses widerspricht allerdings dem Grundrecht auf freie Berufsausübung.

3. Die Abschaffung der PKV bestiehlt die Kunden der PKV und auch die Unternehmen

Zuerst einmal grundlegendes:
Jeder Kunde einer Privaten Krankenvollversicherung zahlt neben dem Risikobeitrag einen Beitrag zur Altersrückstellung. Bei einem ist er größer, bei anderen kleiner. (Denn bei manchen Unternehmen kann man da Beiträge zu buchen). Diese Beiträge sind Kundengelder von welchen im Alter die gestiegenen Beitragskosten für medizinische Behandlungen bezahlt werden. Es sind also die Gelder, welche der Kunde als Endverbraucher seinem Partner, der Versicherung überwiesen hat.
Nun hat es aber die Politik genau auf diese Altersrückstellungen abgesehen, denn genau damit können die gesetzlichen Krankenkassen nicht rentabel arbeiten. Bei einer Abschaffung der Privaten Krankenvollversicherung würden also genau diese Beiträge zweckentfremdet werden. Der Staat würde also mit einer legalisierter Enteignung durch kommen.

Zusammenfassung:

Wie Sie sehen ist dieser Vorstoß der gesetzlichen Krankenkassen und der Politiker eine etwas andere Form der Gier. Wenn Sie Interesse haben mehr darüber zu lesen habe ich noch ein paar Links für Sie.

Kurzbroschüre der PKV
Informationskampagne der PKV

Liebe Grüsse

Daira Bär

Kommentare:

  1. Ich frage mich wirklich, wo jene Interessengruppen die Hybris hernehmen, die PKV verbieten zu wollen. Fast jeder mit dem ich auf das Thema zu sprechen komme, ist tendenziell negativ auf die Gesetzlichen zu sprechen. Kein Wunder, dass die ihre Felle wegschwimmen sehen. Und dann wird ihnen auch noch der Luxus erheblicher Rücklagen eingeräumt, die Seehofer nicht angetastet sehen will. Scheinbar hat man den Grundsatz, das GKVs ihre Überschüsse reinvestieren müssen, stillschweigend abgeschafft.

    AntwortenLöschen
  2. In Zeiten unsicherer Finanzlagen sollten alle egal ob PKV oder GKV Rücklagen bilden. In diesem Punkt muss ich Herrn Seehofer schon Recht geben. Aber dennoch die Leistungen in den GKV´s können nur einen Basisschutz garantieren. Die Behandlung nach Wunsch kann man nur bei der PKV erhalten. Entweder über Zusatzversicherungen oder eben Vollversicherungstarife. Allerdings entspricht das nicht der derzeitigen "Geiz ist Geil" -Mentalität.

    Liebe Grüsse

    Daira Bär

    AntwortenLöschen